Leseprobe

TAG DER ANGEBOTE

In dieser Nacht lag Morrigan in der Dunkelheit ihres Zimmers lange wach. Die Glocken hatten bis Mitternacht geläutet und waren danach sofort einer drückenden Stille gewichen. Sie hatten als Warnung gedient. Abendzeit war gekommen. Der letzte Tag dieser Ära war angebrochen.

Morrigan wusste, dass sie Frust und Trauer und Angst spüren sollte – und in gewisser Weise tat sie das auch. Aber vor allem war sie furchtbar wütend. Man hatte sie betrogen. Eigentlich hätte die Ära zwölf Jahre andauern sollen … eine Zwölf-Jahres-Ära. Alle hatten das gesagt – Corvus, Großmutter, sämtliche Sozialarbeiter, die Morrigan betreut hatten, und alle Chronologen in den Nachrichten. Zwölf Lebensjahre waren schon viel zu kurz, aber elf?

Jetzt, da die Himmelsuhr nur noch eine schwarze Fläche zeigte, überschlugen sich die Experten förmlich mit ihren Beteuerungen, dass sie das schon lange vermutet hatten, dass sie die Zeichen erkannt und kurz davor gestanden hatten, eine öffentliche Erklärung abzugeben: Ihrer Ansicht nach war dieses Jahr, dieser Winter, der letzte der Ära. Halb so schlimm, sagten jetzt alle. Dann ist das hier eben eine Elf-Jahres-Ära. Jeder macht mal einen Fehler und ein Jahr mehr oder weniger spielt doch keine Rolle.

Nur, dass es für Morrigan selbstverständlich eine Rolle spielte, sogar eine gewaltige. Herzlichen Glückwunsch zu meinem Geburtstag, dachte sie unglücklich und versuchte einzuschlafen. Aber plötzlich hörte sie ein Geräusch. Ein ganz leises Geräusch, das man eigentlich kaum als Geräusch bezeichnen konnte – wie ein winziges Wispern oder ein Luftzug. Morrigan schaltete ihre Lampe ein, woraufhin der Raum in helles Licht getaucht wurde. Niemand zu sehen. Morrigans Puls beschleunigte sich. Sie sprang auf, schaute sich um, spähte unter das Bett, riss die Kleiderschranktüren auf – nichts.

Nein … nicht nichts.
Da war etwas.

Ein kleines, weißes Rechteck hob sich von den dunklen Holzdielen ab. Jemand hatte einen Briefumschlag unter ihrer Zimmertür hindurchgeschoben. Auf den Umschlag waren mit dicker, blauer Tinte ein paar Worte gekritzelt:
Jupiter North von der Wundersamen Gesellschaft möchte ein Angebot für Miss Morrigan Crow unterbreiten. Ein weiteres Mal.

»Die Wundersame Gesellschaft«, flüsterte Morrigan. Hastig riss sie den Umschlag auf und las den Brief mit zunehmender Verwirrung.

Liebe Miss Crow,
herzlichen Glückwunsch!
Sie wurden von einem unserer Mitglieder als Kandidatin für die Mitgliedschaft in der Wundersamen Gesellschaft auserwählt. Wir weisen jedoch darauf hin, dass Ihre Zulassung nicht garantiert werden kann. Die Plätze für eine Mitgliedschaft in der Gesellschaft sind äußerst begrenzt, und jedes Jahr bemühen sich Hunderte hoffnungsvoller Kandidaten um einen Platz in den Reihen unserer Gelehrten und Schüler. Falls Sie der Gesellschaft beitreten möchten, unterschreiben Sie bitte den beiliegenden Vertrag und senden Sie ihn Ihrem Förderer, und zwar bis spätestens zum letzten Tag des Winters (des Jahres 11).
Die Zulassungsprüfungen finden im nächsten Frühling statt.
Wir wünschen Ihnen viel Glück.
Mit freundlichen Grüßen,
Gregoria Quinn (Älteste)
Proudfoot House Nevermoor
F.S. Halte Dich bereit

* * *

DIE WILDE RAUCHSCHATTENJAGD

Eine dunkle, unförmige Masse bewegte sich schnell durch das lichte Waldgebiet und dann über die Hügelkuppe hinweg, direkt auf Crow Manor zu. Der Anblick erinnerte Morrigan an einen Heuschreckenschwarm oder eine Fledermauswolke – allerdings flog die Masse dafür zu tief und war zu laut. Das Donnern der Hufe schwoll zu einem ohrenbetäubenden Lärm an, während die dunkle Wand immer näher kam. Inmitten ihrer tiefen Finsternis flimmerten winzige, feuerrote Lichtpunkte, die mit jeder Sekunde heller wurden.

Schon bald nahm die unförmige Masse Gestalt an. Köpfe, Gesichter und Gliedmaßen kristallisierten sich heraus. Und dann spürte Morrigan, wie ihr Magen sich verkrampfte: Die glühenden Lichtpunkte waren gar keine Lichter … sondern Augen. Die roten Augen von Männern, Pferden und Bluthunden.

Sie waren auf der Jagd.

Morrigans Füße waren wie festgenagelt. Sie konnte sich einfach nicht vom Fenster wegbewegen. Jupiter packte ihre Schultern und sah ihr direkt in die Augen.
»Keine Angst!«, mahnte er und schüttelte sie leicht. »Spar dir die Angst für später.«
Jupiter schob Morrigan in Richtung Flur. Als sie den dritten Stock erreicht hatten, hastete er zum nächsten Fenster, stieß es auf und steckte den Kopf hinaus. »Das müsste funktionieren. Fertig? Unser Ziel ist das Oberlicht.«
Morrigan schaute aus dem Fenster und entdeckte die seltsamste Maschine, die sie je gesehen hatte.
Als Staatskanzler standen ihrem Vater die unterschiedlichsten Fahrzeuge zur Verfügung, um von Crow Manor ins Büro zu kommen. Aber soweit Morrigan wusste, war ihr Vater nicht ein einziges Mal in einer glänzenden Messinggondel auf acht dürren, doppelgeschosshohen Beinen gereist, die an eine riesige Metallspinne erinnerte.
»Ich habe nicht nah genug am Haus geparkt«, sagte Jupiter. »Wir müssen uns bei unserem Sprung ein wenig vom Sims abstoßen.«
Sprung? Er erwartete doch wohl nicht von ihr, dass sie aus einem Fenster im dritten Stock sprang?
Jupiter kletterte auf die Fensterbank und lehnte sich halb hinaus; dann streckte er Morrigan eine Hand entgegen. »Ich zähl bis drei, okay?«
»Nein.« Morrigan schüttelte den Kopf und wich vom Fenster zurück. »Nicht okay. Das Gegenteil von okay.«
»Morrigan, ich bewundere deinen Selbsterhaltungstrieb. Wirklich. Aber ich denke, wenn du einen Blick über deine Schulter wirfst, wird dir genau dieser Selbsterhaltungstrieb dazu raten, aus dem Fenster zu springen.«
Morrigan drehte den Kopf.
Ein wolfsartiger Bluthund mit glühend roten Augen stand bereits bedrohlich nah am oberen Treppenabsatz; er hatte die Zähne gefletscht und knurrte leise. Sein Rudel schlich hinter ihm die letzten Stufen der Treppe hinauf: mindestens ein Dutzend Bluthunde, wenn nicht sogar mehr. Knurrend rangen sie um die beste Position, schnappten mit gefährlich aufgerissenen Schnauzen nacheinander und kamen unaufhaltsam auf Morrigan zu, die wie erstarrt am Fenster stand.

»K-keine Angst«, flüsterte sie, aber jede Faser ihres Körpers schrie: Riesige Angst!

»Ich zähl bis drei.« Jupiter nahm Morrigans Hand und half ihr auf die Fensterbank hinauf.

»Eins …«

Ein zweites Rudelmitglied erreichte den Treppenabsatz, dann ein drittes. Und alle hatten die gleichen scharfen, gelben Zähne, feurigen Augen und wirbelnde, tiefschwarze Rauchwolken anstelle von Fell. Ihr Knurren ließ die Luft derart stark vibrieren, dass Morrigan es bis in ihre Zehen spürte.

»Zwei …«

Sie machte einen Schritt rückwärts und als ihr Fuß ins Leere traf, klammerte sie sich hilfesuchend an Jupiter. Er schlang die Arme um sie und Morrigan spürte, wie er sich zurücklehnte und sie mit sich zog. Im nächsten Moment stürmten die Bluthunde auf Morrigan zu.

»Drei!«

Kalte Luft peitschte um Morrigans Ohren, als sie in die Tiefe fiel. Dann ertönte ein gewaltiges Klirren und einen Sekundenbruchteil später landeten sie hart auf dem Boden im Inneren der riesigen Messingspinne – Jupiter hatte die Arme fest um Morrigan geschlungen und den Sturz mit seinem Körper abgefangen. Über ihnen verschwanden die Hunde vom weit geöffneten Fenster.

»Au«, ächzte Jupiter. »Das werd ich morgen schwer bereuen. Runter mit dir.«
Er rollte Morrigan auf den Boden, die zusammenzuckte, als sich eine Glasscherbe in ihren Handballen bohrte.
»Wo sind sie hin?«
»Keine Ahnung. Aber sie tauchen bestimmt bald wieder auf. Halt dich gut fest«, sagte Jupiter, lief zu einem Schaltpult im vorderen Bereich des Fahrzeugs und betätigte eine Reihe von Hebeln. Die Maschine erwachte röhrend zum Leben und die Spinne setzte sich so ruckartig in Bewegung, dass Morrigan mit dem Gesicht voran gegen eine Wand prallte. Sie torkelte ins enge Cockpit und hielt sich an der Rückenlehne des zerknautschten Ledersessels fest, auf dem Jupiter saß und das Schaltpult bediente. Sie pflückte die Glasscherbe aus ihrer Hand, warf sie weg und wischte sich das Blut an ihrem Kleid ab. »Was waren das für Wesen?« »Das war die Wilde Rauchschattenjagd.« Jupiter warf einen finsteren Blick über die Schulter, während die Spinne sich rumpelnd von Morrigans Elternhaus entfernte.

»Die Wilde Rauchschatten …« Morrigan hatte das Gefühl, als würde sie in einem kleinen Boot über ein stürmisches Meer segeln.
»Und was will die Wilde Rauchschattenjagd von mir?«
Doch Jupiter war abgelenkt – schließlich musste er die Spinne steuern und die Gänge wechseln, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren. Jetzt kletterte die Spinne mit großen, taumelnden Schritten über das Tor von Crow Manor. Vor ihnen ragte der Wald auf, aber Jupiter steuerte die Spinne in eine andere Richtung, direkt auf die Stadtmitte von Jackalfax zu. Auf der asphaltierten Straße pendelten sich die Bewegungen der mechanischen Spinne ein, während sie auf der abschüssigen Strecke Fahrt aufnahm.

Jackalfax war erfüllt vom Licht und Lärm der ersten Feuerwerkskörper; eine große Menge hatte sich versammelt, um sich den von Farben erhellten Nachthimmel nicht entgehen zu lassen. Nie zuvor hatte Morrigan so viele Menschen auf der Empire Road gesehen.

»Sollten wir nicht lieber aus der Stadt fliehen statt mitten hinein?«, fragte Morrigan.
»Wir nehmen eine Abkürzung«, erwiderte Jupiter.
Er steuerte die Spinne jetzt geradewegs auf das Rathaus zu. Das Fahrzeug richtete sich mit knirschenden Metallgelenken zu seiner vollen Höhe auf, es stakste vorsichtig durch die Menge, als würde es auf Zehenspitzen laufen.
»Was ist das hier für ein Ding?«, fragte Morrigan. »Dieses Spinnending?«
»Dieses ›Spinnending‹, wie du es so taktlos getauft hast …«, setzte Jupiter an und warf Morrigan einen spitzen Blick zu, »ist ein Arachnipod und die vorzüglichste Maschine, die je gebaut wurde.« Ein besonders lauter Feuerwerkskörper zerriss den Nachthimmel und hinterließ einen Schweif blütenartiger Rauchkringel … den Schatten einer Explosion. Die Menge brach in Begeisterungsrufe aus.
»Wunderschön, nicht wahr? Ihr Name lautet Octavia. Sie ist einer von nur zwei jemals gebauten Arachnipoden. Ich habe den Erfinder gekannt. Betätige bitte mal den blauen Hebel. Nein, den anderen. Genau den.«
Der Arachnipod kam abrupt zum Stehen. Jupiter runzelte die Stirn. Dann stand er auf, lief zum hinteren Bereich der Gondel und schaute besorgt durch die Glaskuppel nach draußen.
»Stimmt was nicht?«
»Interessante Maschinen wie diese sind heutzutage natürlich aus der Mode geraten«, fuhr Jupiter fort, als wäre nichts passiert.
»Aber ich werde nie auf die alte Occy verzichten. Sie ist einfach zu zuverlässig. Luftkissenboote und Automobile sind zwar sehr modern und eindrucksvoll, aber wie ich immer zu sagen pflege: Mit einem Auto kann man nicht über einen Berg fahren und mit einem Luftkissenboot nicht unter Wasser. Octavia kann fast überall hin. Was in Momenten wie diesem sehr nützlich ist. Offenbar hat man uns umzingelt.« Er kehrte zum Schaltpult zurück, griff an die Decke und zog einen Monitor mit vier verschiedenen Bildschirmen herunter. Jeder zeigte einen anderen Blick aus dem Arachnipod. Die Wilde Rauchschattenjagd hatte sie eingeholt.

Jupiter und Morrigan waren auf allen Seiten von Reitern und ihren geifernden Hunden umzingelt.
»Und wie soll uns das in einem Moment wie diesem helfen?«
Morrigans Herz schlug wie wild. Jetzt ist alles aus, dachte sie. Wir sitzen in der Falle. Das ist das Ende.
»Wir haben … das hier.«
Morrigan folgte Jupiters Blick, als er zum Uhrenturm hinaufschaute.
»Schnall dich an, Morrigan Crow. Und schließ auf keinen Fall die Augen.«
»Was passiert denn, wenn ich die Augen schließe?«
»Du verpasst den ganzen Spaß.«

Kaum hatte Morrigan den Sitz ihres Gurts überprüft, als der Arachnipod sich plötzlich zurücklehnte und sie gegen die Rückenlehne ihres Sessels warf. Zwei lange, spindeldürre Metallbeine saugten sich am Dachvorsprung des Rathauses fest und die Gondel hievte sich in die Höhe, immer weiter in Richtung des unergründlichen Zifferblatts der Himmelsuhr.
»Das mag zwar nicht ideal sein, aber als improvisierter Notausgang zählt es nicht zu meinen schlechtesten Ideen.«
Morrigan hatte keine Ahnung, wovon er redete.
»Notausgang … wohin?«
»Du wirst schon sehen.«
Besorgt schaute Morrigan über die Schulter und durch die Glaskuppel. Der Boden befand sich mittlerweile etliche Meter unter ihnen, aber noch viel schlimmer war die Tatsache, dass die riesigen, rauchigen Reiter abgestiegen waren und jetzt den Turm hinaufkletterten. »Sie sind hinter uns!«, rief Morrigan. Jupiter zog eine Grimasse, blickte sich aber nicht um.
»Nicht mehr lange. Die Jagd kann uns da, wo wir hinwollen, nicht folgen.«
»Und wohin wollen wir?«
Sie erklommen die Turmspitze, als das Feuerwerk gerade seinen dramatischen Höhepunkt erreichte und gewaltige Explosionen mit roten, goldenen, blauen und violetten Funken den Nachthimmel erhellten.
»Wir wollen nach Hause, Morrigan Crow.«

Der Arachnipod schob ein dürres Metallbein direkt durch das Zifferblatt der Turmuhr.

Doch deren Glas brach nicht …  es bekam nicht einmal einen Riss.
Ein weiteres Bein folgte und verursachte leichte Wellen auf dem Zifferblatt, wie ein Kieselstein auf der Oberfläche eines tiefschwarzen Sees.

Mit offenem Mund starrte Morrigan auf die Szenerie vor ihr.

Ein weiteres Ding der Unmöglichkeit in einer Nacht der Unmöglichkeiten. Dann drehte sie sich um. Die Jäger waren jetzt so nahe, dass ihr Atem beinahe Octavias Glaskuppel beschlagen ließ. Sie streckten skelettartige Arme aus, als wollten sie Morrigan durch das Rückfenster packen und in den sicheren Tod hinauszerren. Am liebsten hätte sie die Augen fest zusammengekniffen, aber sie konnte den Blick einfach nicht abwenden …

Mit einem letzten Ruck schoss der Arachnipod vorwärts, taumelte durch das Zifferblatt, überschlug sich wieder und wieder und schleuderte Morrigan ins Unbekannte. Der Lärm der explodierenden Böller verschwand und die Welt um sie herum wurde still.

 

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Nevermoor. Fluch und Wunder

Nevermoor Kinderbuch

Nevermoor. Fluch und Wunder

Band 1

Text von Jessica Townsend
Aus dem Englischen von Franca Fritz und Heinrich Koop

Willkommen in der Welt grenzenloser Magie! Morrigan Crow ist verflucht, an ihrem 11. Geburtstag zu sterben. Doch als die Zeiger auf Mitternacht zulaufen, wird sie vom wunderbar seltsamen Jupiter North gerettet und in sein Hotel in der geheimen Stadt Nevermoor gebracht. Dort gibt es riesenhafte, sprechende Katzen, Vampirzwerge und echte Freunde für Morrigan. Doch sie muss schwierige Prüfungen bestehen, um in ihrem neuen Zuhause bleiben zu dürfen, und außer ihr scheint hier jeder ein besonderes Talent zu haben. Oder kann Morrigan vielleicht mehr, als sie ahnt?

Bildgewaltig und fantasievoll: Band 1 der international gefeierten Kinderbuch-Trilogie entführt die Leser in ein einzigartiges Wunderland voller Magie und Abenteuer.

 

448 Seiten · gebunden
14.5 x 21.0 cm
ab 10 Jahren

Hardcover:
EUR 19,00 · EUA 19,60
ISBN-13: 978-3-7915-0064-5
EAN: 9783791500645

E-Book:
EUR 14,99
ISBN-13: 978-3-86272-068-2
EAN: 9783862720682

Erscheinungstermin: 19. Februar 2018

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